#1 Allgemeine Informationen zum EU-Projekt InduCCI

Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energien, künstliche Intelligenz: Die Industrie erlebt derzeit einen weiteren Transformationszyklus. In naher Zukunft werden Industrien anders funktionieren und aussehen – mit tiefgreifenden Auswirkungen nicht nur auf die Produktionsweisen, sondern auch auf die Arbeits- und Sozialwelt.

Damit die traditionellen Industrieregionen Mitteleuropas überleben können, braucht es beides: wirtschaftliche Innovation und gesellschaftliche Entwicklung. Die Kultur- und Kreativwirtschaft (KKW), die bekannt ist für ihre alternativen Arbeitsstrukturen und ihre kreativen Denkweisen, könnte auf beiden Ebenen dieses Wandels als treibende Kraft fungieren.

Allerdings haben die traditionellen Industrieregionen, die historisch gesehen auf technologische Innovation ausgerichtet sind, das Potenzial der KKW bisher kaum entdeckt. Außerdem bevorzugen Kultur- und Kreativschaffende Urbanität – einen sozialen Faktor, der in der Regel in ländlichen Industrieregionen weniger ausgeprägt ist. Gleichzeitig verfügen solche Regionen über spezifische Standortvorteile für die Anziehung der KKW, z. B. produzierende Industrieunternehmen, leerstehende Altindustriestandorte, persönliche Netzwerke.

Im Rahmen des EU-Projektes InduCCI (Cultural and Creative Industries in Traditional Industrial Regions as Drivers for Transformation in Economy and Society) haben sich mitteleuropäische Industrieregionen zusammengeschlossen, um gemeinsam die Herausforderung der Förderung von KKW anzugehen. Durch politische Maßnahmen und Schulungen wollen sie unterstützende Rahmenbedingungen für die KKW in Industrieregionen schaffen – auf regionaler, nationaler und EU-Ebene. Durch Pilotaktionen untersuchen sie das Potenzial der KKW als wirtschaftlicher Akteur und Innovator sowie als Motor für den sozialen Wandel und neues Unternehmertum. Die vielversprechendsten Ansätze werden in einer Toolbox anderen Industrieregionen und europäischen KKW-Netzwerken zur Verfügung gestellt, damit sie von der Politik übernommen werden können.

Durch die KKW entsteht ein neuer Pioniergeist in mitteleuropäischen Industrieregionen. Damit könnte ein kulturelles Erbe wiederbelebt und ein Alleinstellungsmerkmal entwickelt werden, für das diese Regionen einst bekannt und berühmt war.

Weitere Informationen (engl.) zum Gesamtprojekt InduCCI finden Sie hier.

#2 Öffentliche Veranstaltungen

National Dissemination Event

Von der Industrie- zur Makerregion?! – Impulse für neue Kooperationen zwischen Kreativwirtschaft und Industrie

Welche Wege sind zu gehen bei der Transformation von einer Industrie- hin zur Makerregion?! Diese Fragestellung verfolgte die nationale Abschlusskonferenz des europäischen Projekts InduCCI am Mittwoch, den 29.09.2021 in der „Alten Feuerwache” im vogtländischen Plauen. Alle Teilnehmenden bekamen praktische Einblicke in Aktionen, die Industrie und Kreativwirtschaft im Raum Chemnitz in den letzten Monaten zusammengebracht haben. So wurden über Herausforderungen an die Verwaltung zur Förderung von Innovationen an der Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Branchen diskutiert und Erfahrungen darüber gesammelt werden, wie die Innovationskraft der Kultur- und Kreativwirtschaft in Stadt und Region künftig unterstützt werden soll.

Midterm Conference

Wie kann unsere Industrieregion durch Kreativität ihre Zukunft sichern?

Die Halbzeitkonferenz des Projektes InduCCI diskutierte diese Frage am Donnerstag, den 19.11.2020 in einer digitalen Konferenz mit zahlreichen europäischen Partnern. Die Industrie in Mitteleuropa steht vor einem weiteren Transformationszyklus‘ mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die Produktionsweisen, aber auch auf das Arbeits- und Sozialleben. In diesem Übergang könnte die KKW eine Schlüsselrolle spielen. Die traditionellen Industrieregionen und die KKW haben sich jedoch bisher kaum gegenseitig entdeckt. Die Halbzeitkonferenz wurde genutzt, um die im Rahmen von InduCCI erprobten neuen Ansätze öffentlich zu diskutieren und ihre Rolle für die regionale Entwicklung zu veranschaulichen – darunter spezielle politische Strategien, Verwaltungstrainings und Pilotaktionen.

#3 Übersicht der Maßnahmen

Admin Training

Chemnitz versteht sich aufgrund seiner Geschichte nach wie vor als „Industriestadt“, auch wenn andere Branchen zunehmend an Bedeutung gewinnen, darunter die Kultur- und Kreativwirtschaft. Als „Kulturhauptstadt Europas 2025“ setzt Chemnitz noch stärker auf diesen Sektor als Motor der Stadtentwicklung. Um eine möglichst reibungslose Zusammenarbeit zwischen der Stadtverwaltung und den Akteuren aus der Kultur- und Kreativwirtschaft zu ermöglichen, ist es notwendig, die Arbeitsbedingungen und Anforderungen des Sektors zu verstehen. Vor diesem Hintergrund sollte der Workshop „Kultur- und Kreativwirtschaft in Chemnitz“ das Verständnis für kreative Akteure innerhalb verschiedener Verwaltungseinheiten stärken und neue Ansätze für die Zusammenarbeit liefern.

© Zauberberg Medien GmbH

Krach+

KRACH steht als Akronym für Kreativraum Chemnitz und hatte zum Ziel, junge GründerInnen und Unternehmen der Kultur- und Kreativwirtschaft aus Deutschland durch das Angebot von kostenlosen Gewerbe- und Ladenflächen anzuziehen. Mit dem + im Titel möchten wir einen Beitrag zur europäischen Ebene des InduCCI-Projekts leisten. Es geht darum, dass internationale Akteure der KKW und Gründungsinteressierte freie Ladenlokale oder andere Gewerbeflächen in Chemnitz als „Labore“ für ihre Ideen nutzen können. Dazu organisieren wir vom 22.11. – 04.12.2021 verschiedene Präsentationen und Showcases in der Chemnitzer City.

Fotos: Ernesto Uhlmann

Living Lab

Diese Maßnahme zielte insbesondere darauf ab, die KKW und die traditionellen Schlüsselindustrien der Region zu neuen Kooperationen zu bringen. Diese können zum Beispiel Workshops zur gemeinsamen Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen oder Geschäftsideen sein. Auf der Grundlage der Ergebnisse des durchgeführten Workshops wurden drei konkrete Handlungsfelder identifiziert. Die Bearbeitung dieser Handlungsfelder fördert die Innovationsfähigkeit sowohl auf der Seite der traditionellen Industrien als auch auf der Seite der KKW. Die Empfehlungen bilden eine wichtige Grundlage für die gemeinsame Wertschöpfung, Innovation und Weiterentwicklung und damit für eine starke Wirtschaft.

Fotos: Ernesto Uhlmann

New Pioneers

Wir wollen Gründungen anstoßen, inspirieren, Wissen an die Hand geben, neue Ideen Wirklichkeit werden sehen. Wie gelingt es uns, angehenden oder potentiellen GründerInnen dafür ein solides Paket an Erfahrungen, Tipps und vielleicht auch Warnungen mit auf den Weg zu geben? Zuerst dachten wir an Workshops im Rahmen von Kulturveranstaltungen, haben uns aber selbst immer lauter gefragt, ob wir die selbst besuchen würden? Dem deutlichen „Nein“ folgte ein neuer Ansatz für New Pioneers: Wir starten eine Community mit eine Podcast-Reihe, in der wir GründerInnen nach ihren ganz persönlichen Erfahrungen fragen und über die Geschichten Wissen vermitteln und hoffentlich Nutzen stiften. Die ersten Episoden wurden im Rahmen des Festivals POCHEN in der Kaffeerösterei Bohnenmeister im Wirkbau Chemnitz aufgenommen. Weitere Episoden werden laufend produziert.

Fotos: Ernesto Uhlmann

Nightshift

Die CCI Nightshift war die Kombination aus einer öffentlichen Kunstperformance in einem Industrieunternehmen und einem wissenschaftlichen Vortrag sowie einer Unternehmenspräsentation. Sie fand im Rahmen der „Tage der Industriekultur 2020“ statt. Für die Performance wurde ein spezifisches Storyboard zum Thema des industriellen Wandels entwickelt: die Beziehung zwischen Mensch und (intelligenten) Maschinen angesichts der fortschreitenden Automatisierung. Kombiniert wurde die Performance in den Hallen des Wasserstoff-Pioniers FUEL CELL POWERTRAIN (FCP) durch Unternehmensvorträge sowohl zu Industriethemen der künftigen Produktion als auch mit Wissenswertem aus der Forschung zu Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie.

Fotos: Johannes Richter

#4 Projektpartner

Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH (CWE, Germany)

Landesverband der Kultur- und Kreativwirtschaft e.V. (SACCI, Germany)

Creative Region Linz & Upper Austria GmbH (CREARE, Austria)

Mikroregion Sokolov-východ (MSV, Czech Republic)

Agencja Rozwoju Regionalnega S.A.w Bielsku-Bialej (ARRSA, Poland)

Camera di Commercio Industria Artigianato Agricoltura Padova (CCIAA Padova, Italy)

BSC, Poslovno podporni center d.o.o., Kranj (BSC Kranj, Slovenia)

Stebo vzw Onderneme nd voor de samenleving (STEBO, Belgium)

#5 Ansprechpartner

Boris Kaiser

Projektmanager
kaiser@cwe-chemnitz.de

+49 371 3660 221